„Geopolymere sind Baustoffe, die sich verhalten wie Zement oder sogar noch teilweise bessere Eigenschaften haben als Zement, aber eben fast CO2-frei sind in der Herstellung. Und sie lassen sich grenzenlos recyclen“, erklärt Forscher und Mit-Patentinhaber Professor Martin Bertau, der an der TU Bergakademie Freiberg die Professur für Technische Chemie innehat. „Ich kann Polymere aber auch aufschäumen und erhalte ein Material, das ähnlich wie Styropor gute Dämmeigenschaften mitbringt und das Gebäude gleichzeitig atmen lässt.“ Dadurch, dass beim Bau ein einziger Baustoff verwendet wird, ist später auch das Recycling der Baustoffe einfacher. „Ein weiterer Vorteil ist, dass Geopolymere nicht brennbar und säureresistent sind“, ergänzt Teammitglied Dr. Michael Kraft.
Neue Wege für eine CO₂-reduzierte Kreislaufwirtschaft
Die patentierte Technologie hat enormes Potenzial für klimafreundliches und ressourceneffizientes Bauen, denn der Bausektor ist in Deutschland für rund ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Da die neuen Bausteine zu über 99 Prozent aus Sekundärrohstoffen hergestellt werden, sind sie eine umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Materialien. „Sie bieten vergleichbare oder bessere Eigenschaften als herkömmliche Ziegel und Beton, einschließlich hoher Temperaturbeständigkeit und Chemikalienresistenz. Ihre Herstellung aber erfolgt ohne energieintensive Prozesse, was die Umweltbelastung deutlich reduziert“, so Bertau.
Europäische Anerkennung für Spitzenforschung aus Freiberg
Die offizielle Urkunde wurde am 06.05.2026 durch das Europäische Patentamt veröffentlicht. Patentinhaberin ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg, eine der weltweit renommiertesten rohstoff- und materialwissenschaftlichen Universitäten. Mit der Erteilung des europäischen Patents stärkt die Universität ihre Position als international sichtbarer Innovationsmotor für nachhaltige Werkstofftechnologien und industrielle Transformation.
Die patentierte Technologie besitzt erhebliches Marktpotenzial in Zeiten wachsender regulatorischer Anforderungen an klimafreundliches Bauen.
- deutlich reduzierte CO₂-Emissionen,
- ressourcenschonende Produktion,
- hohe Materialeffizienz,
- innovative Leichtbau-Eigenschaften,
- sowie neue Anwendungsmöglichkeiten im nachhaltigen Hoch- und Industriebau.
Die Innovation könnte künftig insbesondere in folgenden Bereichen neue Maßstäbe setzen:
- nachhaltiger Wohnungs- und Gewerbebau,
- energieeffiziente Fertigteilproduktion,
- ressourcenschonende Infrastrukturprojekte,
- industrielle Kreislaufwirtschaft,
- sowie grüne Baustoffsysteme der nächsten Generation.
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