Genehmigung des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes gibt SachsenNetze Planungssicherheit für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur
„Die Bestätigung der Kernnetzprojekte ist ein wichtiges und positives Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und gibt uns Planungssicherheit für den Aufbau der Infrastruktur“, freut sich Dr. Steffen Heine, Geschäftsführer des Gasnetzbetreibers SachsenNetze.
Mit den Wasserstoff-Anbindungen werden vor allem für die Unternehmen im Industriebogen Meißen sowie für die Kraft- und Heizwerke, Großkunden im Nordraum von Dresden und den umliegenden Kommunen erhebliche Potenziale zur CO2-Reduzierung erschlossen.
Machbarkeitsstudien als fundierte Vorbereitungen für den Infrastruktur-Aufbau
Die Transformation des Gasnetzes beschäftigt SachsenNetze schon seit einigen Jahren. Am Energieversorgungs-Konzept für den Industriebogen Meißen wird seit 2021 intensiv gearbeitet. Die regionale Verteilung des Wasserstoffs wurde in einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2023 von SachsenNetze und Stadtwerke Riesa untersucht.
Erst im Februar 2024 veröffentlichten der Leipziger Fernleitungsnetzbetreiber Ontras Gastransport GmbH und SachsenNetze eine Machbarkeitsstudie für die Einbindung der Region Dresden/Meißen in das Wasserstoffnetz. Die Studie bildet nun eine fundierte Grundlage für nachfolgende Planungsschritte und strategische Entscheidungen zur erfolgreichen Implementierung eines Wasserstoff-Netzes im Nordraum von Dresden und in den umliegenden Kommunen. Für die Untersuchung wurden die erwarteten Energiebedarfe für Großkunden aus Industrie und Gewerbe sowie von Heiz- und Kraftwerken abgefragt, sodass ein möglichst realitätsnahes Bild der dafür notwendigen Wasserstoffinfrastruktur entstanden ist.
Erst mit der nun erteilten Genehmigung durch die Bundesnetzagentur für die Projekte von SachsenNetze für das Wasserstoff-Kernnetz kann die Planung weiter bis zur Genehmigungsreife gebracht werden, woran sich die Bauphase anschließt. Der Investitionsumfang für beide Projekte beträgt rund 100 Millionen Euro.
Sukzessive Umstellung der regionalen Verteilnetze im Zeitraum von 2032 bis 2045
„Die Genehmigung aus Bonn ist nicht nur für den Industriebogen Meißen und die Region Dresden/Meißen ein positives Signal. Denn mit der Einbindung beider Projekte in das Wasserstoff-Kernnetz können wir nun konkreter die Umstellung unseres Gasverteilnetzes planen. Dafür haben wir durch die Erarbeitung des Gasnetzgebietstransformationsplans (GTP) schon umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Im Zeitraum ab 2032 bis 2045 planen wir die sukzessive Umstellung der regionalen Verteilnetze auf Wasserstoff“, blickt Dr. Jörg Dickert, Abteilungsleiter Assetmanagement Gas bei SachsenNetze, in die Zukunft. Denn es kann eine höhere planerische und wirtschaftliche Effizienz erreicht werden, wenn im Zuge der Umstellung von Großkunden auch die umgebenden Verteilnetze koordiniert umgestellt werden. Die planerische Fertigstellung des Wasserstoff-Kernnetzes ist für 2032 geplant.
Auf Wasserstoff umgestellte Gasverteilnetze werden ein wichtiger Pfeiler für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Region und die Versorgung der vielen regionalen Industrie- und Gewerbegebiete sein. Die Einbeziehung von Wasserstoff auch in die kommunale Wärmeplanung schafft dabei zusätzliche Synergien und unterstützt eine resiliente Energieversorgung.
SachsenNetze
Die SachsenNetze sind der Strom- und Gasnetzbetreiber in Dresden und Ostsachsen. Als Teil der SachsenEnergie-Unternehmensgruppe sorgen wir mit einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur für die zuverlässige Energieverteilung in unseren Netzgebieten. Die SachsenNetze investieren im Jahr 2024 Jahr 263 Millionen Euro in Erweiterungs- und Erneuerungsmaßnahmen der Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze – für die Stromnetze allein 210 Millionen Euro.